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Gigaliner

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Neuer RTW mit Sonderaufgaben 2019

Fragestellung: Was muss ein Rettungswagen in Zukunft können, wie kann die Einrichtung verändert werden?

Es ist alles wie sonst, nur ganz anders…….

Der Neubau 2019 wird ein RTW nach DIN-EN, allerdings wird er einige Zusatzaufgaben zu bewältigen haben. In erster Linie soll die Arbeitssicherheit für Besatzung und Patient erhöht werden. Die Ausbildung wird effizienter werden. Zusätzlich ist das Fahrzeug für Adipositastransporte besonders auszurüsten.

Sicherheit:

Ein großer Teil der Arbeitsunfälle im Rettungsdienst wird vermieden, wenn für den Notfalleinsatz wichtige Geräte an der Einsatzstelle von Außen abgenommen werden können, ohne das Fahrzeug zu betreten. Durch Wegfall der Mittelkonsole kann auch der Fahrer an der sicherreren rechten Seite Aussteigen. Alle Gerätschaften sind an der rechten Fahrzeugseite verfügbar.

Nach 30-jähriger Erfahrung mit dem Durchgang vom Krankenraum in das Fahrerhaus wollen wir darauf nicht verzichten. Nach einladen des Patienten wird dieser vom gesamten Team auf den Transport vorbereitet, nun kann der Fahrer, ohne noch einmal Außentüren zu öffnen, sicher auf seinen Arbeitsplatz gelangen. Dabei geht weder Wärme verloren, noch muss der Kollege in den fließenden Straßenverkehr treten. Dadurch das keine Konsole zwischen den Vordersitzen steht, kann man sogar recht bequem von dem Beifahrersitz zum Fahrersitz gelangen. Bei Infektionsfahrten wird die Fahrerkabine vom Krankenraum durch eine Schiebetür abgeteilt.

Ausbildung:

Es besteht ein großer Ausbildungsbedarf, das heißt, vorwiegend ist das Fahrzeug mit 3 Besatzungsmitgliedern unterwegs. Ein dritter, vollwertiger Sitzplatz im Fahrerhaus ermöglich es dem Azubi schon auf der Anfahrt zusammen mit der Regelbesatzung wichtige Informationen zum Einsatz zu bekommen. Außerdem kann sich so bereits auf der Anfahrt einfacher abgesprochen werden, wer was zu tun oder zum Patienten mitzunehmen hat.

In den „normalen“ Rettungswagen sind überwiegend nur zwei Begleitersitze im Patientenraum vorhanden. Steigt jetzt ein Notarzt zu, muss der Praktikant für die Fahrt in die Klinik ins Führerhaus. Das entspricht nicht dem Sinn der Ausbildung. Ein dritter Sitz ist unabdingbar. Dieser ist entgegen der Fahrtrichtung ziemlich mittig über dem Kopfteil der Trage angeordnet. Damit behält der Azubi die Übersicht und kann so auch kritische Einsätze mit Notarztbegleitung im Kofferaufbau verfolgen. Dabei ist der Azubi angeschnallt und muss sich nicht verdrehen wie bei herkömmlichen Einsatzmitteln. Vom Beifahrersitz aus nach hinten gedreht ist keine sichere Position.

 

Adipositas / Schwerlast:

Da das Fahrzeug in mehreren Landkreisen auch für Adipositastransporte vorgesehen ist, muss Platz genug für eine entsprechende Trage und die erforderliche Zusatzausrüstung sein. Die FERNO INX ist im verbreiterten Zustand 96 cm breit und mit 318 Kg Belastbarkeit das Mittel der Wahl. Damit ist das Fahrzeug sowohl im Regelbetrieb als auch für Adipositas einsetzbar, ohne die Trage tauschen zu müssen. Laut unseren eigenen Zahlen sind acht von zehn Adipositaspatienten unter 200kg. Erst ab 318kg müssen wir ein anderes Fahrzeug für den Transport verwenden. Das Vorgängerfahrzeug von dem GIGALINER, die Anneliese, kann ein Bett mit einer maximalen Belastbarkeit von 500kg transportieren. Dieses Bett ist allerdings deutlich schwieriger zu handhaben.

Um den erforderlichen Platz zu schaffen, werden die Einbauten im Patientenraum kleiner ausfallen. Einige Ausrüstung wie klappbarer Tragestuhl, Helme, Feuerlöscher, Tablet-PC, Fahrzeugdrucker, Modultasche mit Infektionsschutzkleidung  und Bergewerkzeug konnten in das Fahrerhaus verlagert werden, das als Doppelkabine ausgeführt ist. Durch die serienmäßige zweite Tür an der Beifahrerseite können einige dieser Gegenstände auch nach Außen entnommen werden. Zusätzliche Außenklappen sind damit nicht erforderlich. Weniger bewegliche Teile, weniger Schäden, weniger Türen, weniger Undichtigkeiten.

Der Captain Kirk-Sitz

Dieser Sitz ist neben der Doppelkabine das eigentliche Highlight dieses Fahrzeugs. In bisherigen Fahrzeugen können einige Tätigkeiten und Handhabungen am Patienten nur durchgeführt werden, wenn man den Begleitersitz an die Wand klappt. Beispielweise beim legen einer Nadel, muss man sich zwischen Trage und Wandschrank zwängen um eine angemessene Position zu erreichen.

Üblicherweise befinden sind in der hinteren rechten Ecke entweder ein großer Stauschrank für die Vakuummatratze und weiteren Dingen oder eben ein Schrank für die Sauerstoffflaschen. Eben diese Schränke zwingen den Kollegen in diese unbequeme Haltung. In unserem Konzept haben wir das Material des rechten Heckschrankes in die Fahrerkabine verlagert. Deswegen kann unser Begleitersitz um ganze 60cm weiter nach Hinten verlagert werden. Zusätzlich Sitzschienen sorgen für eine Verschiebbarkeit des Sitzen von weiteren 30cm. Außerdem ist der Sitz drehbar. Das sorgt dafür das Kollegen jeglicher Körpergröße den Sitz so einstellen können, wie sie es eben brauchen.

Der Drehschrank

Wegen der Zusatzaufgabe Schwerlasttransport, war es notwenig den EKG-Schrank, oder auch Drehschrank „drehbar“ zu machen.  Durch die Anbauteile der Trage wird eine Liegebreite von 96cm erreicht. Da es aber oft erforderlich ist, um den Patienten herumgehen zu können, muss dieser Schrank aus dem Weg. Zu Beginn war das ungewöhnlich und damit „gefühlt“ störend aufwendig. Inzwischen haben wir aber die Vorteile so zu schätzen gelernt, dass das drehen kein Problem mehr darstellt.

 

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